Nachdem ich nun einige Wochen Ubuntu 18.04 mit der Oberfläche Gnome3 nutze wird es Zeit mal ein bisschen zu schauen…. wie fühlt es sich an, und wie sinvoll ist der Wechsel von Unity gewesen.

Die ersten Tage war das Erlebnis wirklich gut, es fühlte sich alles neu an, und hat Spaß gemacht es zu erkunden. Wenn ich mir bisher einen neuen PC gekauft habe, aber mit dem gleichen Betriebssystem wir vorher hat sich nie das Gefühl von “wirklich neu” eingestellt. Und auch wenn man bei dem Betriebssystem nur Modellpflege betreibt…. der Unterschied zwischen 14.04 und 16.04 ist eher im Unterbau als in der Oberfläche.
Aber wenn man ein System mit einer neuen Oberfläche installiert fühlt es sich an wie ein neuer PC.

Positiv an der neuen Oberfläche finde ich zunächst das die Benachrichtigungen gespeichert werden und man sie sich immer wieder ansehen kann. Und auch der Dateimanager wirkt etwas aufgeräumter. Wenn ich allerdings etwas kopiere oder packe, dann kommt statt eines Fortschrittsbalken ein kleines Kreisdiagramm in der Fensterleiste von Nautilus. Das fand ich etwas verwirrend und habe nicht sofort den Sinn begriffen. Ein Statusfenster was mehrerer Kopiervorgänge zusammenfasst und diese auch pausieren oder abbrechen lässt war in meinen Augen der Höhepunkt der Evolution. Nun handelt es sich um einen Rückschritt, nur damit es moderner wirkt.
Was mir noch gefällt ist das die Bedienung sich ein wenig an Smartphones und Tablets orientiert und man so mehr oder weniger intuitiv weiß wo man hinklicken muss und das sich z.b. hinter 3 Balken ein Menü versteckt.

Bei den Nachteilen gibt es aber einige Punkte die mich sehr stören. Zunächst finde ich die Anordnung der Symbole zum Speichern, Drucken etc ist völlig unübersichtlich geworden und selbst nach Wochen mit dem Desktop muss ich jedesmal aufs neue Suchen. Das erinnert mich an Windows 10 wo ich immer wieder aufs neue anfange zu Suchen wenn ich eine Funktion brauch. Das Design der Oberfläche hat sich von Gnome2 ins negative Entwickelt und ich denke hier hat eine federführende Hand gefehlt. Ein weiterer grosser Nachteil ist das ich mit Nautilus nicht mehr meine Samba Freigaben (auf Server 16.04) ohne Probleme öffnen kann. Alternativ bin ich im Moment auf SSH umgestiegen was aber sicher nicht im Sinn des Erfinders ist. Ich vermute das die Ursache eine technische in den verschiedenen Samba Protokollversionen liegt und sicher auch zu lösen ist. Von einem modernem Desktop System erwarte ich aber das die Netzwerkumgebung mir die SMB Shares sofort öffnet. Der Wegfall von Synaptic finde ich auch schade da man mit Ubuntu-Software nur grafische Programme installiert bekommt und alternativ auf die Shell-Ebene muss. Da war Synaptic einfach besser. Von vielen wurde als negativ angesehen das Canonical mit Unity eine weitere Fragmentierung bei den Benutzeroberflächen fördert und viele fanden gut das Ubuntu nun wieder auf Gnome setzt.
Finde ich ist Augenwischerei denn in anderen Ecken schreitet die Fragmentierung munter voran und das völlig unkoordiniert. Ich sage nur Cinnamon oder Mate Desktop oder Budgie.

Abschliessend kann ich sagen das es durchaus Gründe gibt Ubuntu 18.04 zu nutzen, vor allem da alle Programme wieder in aktuellen Versionen vorliegen.
Aber im direkten Vergleich Ubuntu 16.04 mit Unity die definitiv bessere Version ist.